Reckwalzen

Das Reckwalzen ist ein Massivumformverfahren, bei dem das Werkstück zwischen rotierenden Walzen mit profilierten Gravuren umgeformt wird. Anders als beim Gesenkschmieden, wo die Form in einem einzigen Hub entsteht, wird das Metall hier schrittweise umverteilt und durchläuft mehrere aufeinanderfolgende Kaliber. Das Verfahren dient der Vorbereitung von Werkstücken für das anschließende Schmieden sowie der Herstellung fertiger Teile mit langgestreckter Form.

Prozessgrundlagen

Das Werkstück wird in den Spalt zwischen gegenläufig rotierenden Walzen eingeführt. Die profilierten Gravuren greifen das Metall und stauchen es, wodurch es entlang der Werkstückachse fließt. Nach jedem Durchgang verändert sich der Querschnitt und die Länge nimmt zu. Die Anzahl der Durchgänge hängt von der geforderten Form ab — einfache Werkstücke werden in ein bis zwei Durchgängen bearbeitet, komplexe in mehreren.

Ein entscheidender Vorteil des Verfahrens liegt darin, dass die Umformung nicht gleichzeitig auf der gesamten Länge erfolgt, sondern abschnittsweise nacheinander. Dadurch wird die Werkzeugbelastung reduziert und die Bearbeitung von Werkstücken großer Länge ermöglicht.

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Walzen- und Gravurtypen

Das Reckwalzen wird auf Anlagen mit unterschiedlicher Walzenkonstruktion ausgeführt. Walzen können massiv oder geteilt sein, mit austauschbaren Arbeitseinsätzen. Die Gravuren auf den Walzen sind offen oder geschlossen. Offene Gravuren sind einfacher herzustellen, bieten jedoch geringere Genauigkeit. Geschlossene Gravuren gewährleisten bessere Oberflächenqualität und einen präziseren Querschnitt.

Nach Bearbeitungsverfahren wird zwischen Längs- und Querkeilwalzen unterschieden. Beim Längswalzen fließt das Metall entlang der Werkstückachse, beim Querkeilwalzen quer dazu, wodurch abgesetzte Teile mit hoher Produktivität hergestellt werden können.

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Ausrüstung

Das Reckwalzen wird auf Reckwalzmaschinen ausgeführt — speziellen Maschinen mit zwei oder drei Walzen:

  • Zweiwalzen-Reckwalzmaschinen — der Hauptanlagentyp.
  • Dreiwalzenmaschinen für die Bearbeitung runder Werkstücke.
  • Automatisierte Walzmaschinen mit Zuführeinrichtungen.

Typische Teile und Anwendungen

Das Reckwalzen wird für Werkstücke eingesetzt, deren Länge die Querabmessungen deutlich übersteigt:

  • Rohlinge für Pleuel, Hebel, Gabeln.
  • Achsen, Wellen, Stangen mit veränderlichem Querschnitt.
  • Streifen für Messer und Schneidwerkzeuge.
  • Rohlinge für das anschließende Gesenkschmieden.

Das Verfahren findet breite Anwendung in der Automobil-, Maschinenbau- und Werkzeugindustrie.

Vorteile

  • Hohe Produktivität durch kontinuierlichen Prozess.
  • Materialeinsparung — minimale Abfälle im Vergleich zum Schneiden.
  • Verbessertes Metallgefüge durch gerichteten Fluss.
  • Bearbeitung langer Werkstücke möglich.
  • Reduzierte Belastung nachfolgender Schmiedeanlagen.

Beziehung zu anderen Operationen

Das Reckwalzen gehört zur Klasse der Massivumformung. Es wird häufig als Vorstufe vor dem Gesenkschmieden eingesetzt — das Walzen verteilt das Metall entlang der Länge und erleichtert so das Füllen des Gesenks. Es kann auch als eigenständiges Verfahren zur Herstellung fertiger Teile dienen.

Häufig gestellte Fragen

  • Gibt es Warm- und Kaltwalzen mit Reckwalzmaschinen? Ja, das Reckwalzen wird sowohl warm als auch kalt ausgeführt. Warmwalzen wird für große Werkstücke eingesetzt, bei denen der Umformwiderstand gesenkt werden muss. Kaltwalzen für präzise Teile mit sauberer Oberfläche und Metallverfestigung.
  • Welche Werkstücke werden üblicherweise auf Reckwalzmaschinen bearbeitet? Meist werden langgestreckte Werkstücke mit veränderlichem Querschnitt bearbeitet — Achsen, Wellen, Stangen, Werkzeugstreifen. Besonders vorteilhaft ist das Verfahren, wenn das Werkstück für das anschließende Schmieden vorbereitet werden soll.
  • Warum wird das Reckwalzen häufig als Vorformoperation eingesetzt? Weil das Walzen das Metall vorab entlang der Werkstücklänge verteilt und eine angenäherte Form erzeugt. Das erleichtert das Füllen des Gesenks beim anschließenden Gesenkschmieden und reduziert den Werkzeugverschleiß.